Leben Und Tod Konigs Richard Des Zweyten

Leben Und Tod Konigs Richard Des Zweyten

LEBEN UND TOD KONIGS RICHARD DES ZWEYTEN WILLIAM SHAKESPEARE Ein Trauerspiel. ?bersetzt von Christoph Martin Wieland Personen. K?nig Richard der Zweyte. Herzog von York. Johann von Gaunt Herzog von Lancaster. Bolingbroke Sohn des Johann von Gaunt und nachmals K?nig Heinrich der Vierte. Aumerle Sohn des Herzogs von York. Mowbray Herzog von Norfolk. Graf von Salisbury. Lord Berkley. Buschy Bagot und Green Diener des K?nigs Richard. Graf von Northumberland Lord Percy dessen Sohn Ro? und Willougby Bolingbroks Freunde. Bischoff von Carlisle und Sir Stephan Scroop Freunde des K?nigs Richard. Fizwater Surry Abbt von Westminster und Sir Pierce von Exton Herren vom Parlament. Die K?nigin K?nig Richards Gemalin. Die Herzogin von Glocester. Die Herzogin von York. Hofdamen der K?nigin. Herolde zween G?rtner ein Kammerdiener ein H?ter ein Bote und andre stumme Personen. Der Schauplaz ist in verschiednen Theilen von England. Erster Aufzug. Erste Scene. (Der Hof.) (K?nig Richard Johann von Gaunt Lords und Gefolge treten auf.) K?nig Richard. Johann von Gaunt Herzog von Lancaster ehrenvoller Greis; hast du deinem Eid und deiner Pflicht gem?? Heinrichen von Herford deinen k?hnen Sohn anhergebracht um jene Anklage zu behaupten die er unl?ngst gegen Thomas Mowbray Herzog von Norfolk angebracht und die wir damals anzuh?ren keine Musse hatten? Gaunt. Ich habe ihn hieher gebracht Gn?digster Herr. K?nig Richard. So sage mir dann ferner: Hast du nicht von ihm erforscht ob es nur ein alter eingewurzelter Groll gegen seine Person ist was ihn zu dieser Klage angetrieben; oder die pflichtm??ige Treue eines guten Unterthanen um einen geheimen Verr?ther in Mowbray zu entlarven? Gaunt. So viel als ich von ihm ?ber diese Sache herausbringen konnte so ist es kein Privat-Groll sondern die vermeynte Entdekung einer ?ber Eurer Hoheit schwebenden Gefahr. K?nig Richard. So ruffe man sie dann vor unsre Gegenwart; wirs selbst wollen Stirne gegen Stirne den Kl?ger und den Beklagten reden h?ren: Sie sind beyde von sehr feuriger Gem?ths-Art beyde voll Grimms; in ihrer Wuth beyde taub wie die See und rasch wie Feuer. Zweyte Scene. (Bolingbroke und Mowbray zu den Vorigen.) Bolingbroke. M?ge eine lange Reyhe von Jahren voll gl?klicher Tage meinem gn?digsten und geliebtesten Oberherrn bestimmt seyn! Mowbray. Und jeder Tag die Gl?kseligkeit des vorigen vermehren bis der Himmel der Erde soviel Gl?k mi?g?nnend das Vorrecht der Unsterblichkeit zu eurer Crone hinzuthut. K?nig Richard. Wir danken euch beyden; obgleich die Sache selbst we?wegen ihr vor uns erschienen seyd ein Beweis ist da? uns einer von beyden schmeichelt. Vetter von Hereford sage was f?r Vorw?rfe gegen den Herzog von Norfolk Thomas Mowbray hast du anzubringen? Bolingbroke. So wisset dann vor allen Dingen Gn?digster K?nig und der Herr sey meiner Reden Zeuge! da? ich aus Antrieb der pflichtm??igen Liebe eines getreuen Unterthanen aus z?rtlicher Sorge f?r die Erhaltung meines F?rsten frey von Groll Rachgier oder andrer un?chter Absicht als Ankl?ger hieher in seine k?nigliche Gegenwart gekommen bin. Nun Thomas Mowbray wend' ich mich zu dir und horche wol auf meinen Gru?; denn was ich reden werde wird entweder dieser Arm auf Erden erproben oder meine unsterbliche Seele im Himmel verantworten. So sag' ich dann: Du bist ein Verr?ther und Rebell zu gut ein solcher zu seyn und zu schlimm beym Leben zu bleiben; denn je sch?ner und crystallner der Himmel ist desto h??licher sehen die Wolken aus die ihn befleken. Noch einmal das Gewicht meiner Anklage zu verdoppeln stopf ich dir mit dem sch?ndlichen Namen eines Verr?thers den Rachen und w?nsche da? mir von meinem Gn?digsten Oberherrn erlaubt werde an eben diesem Plaz und in diesem Augenblik was meine Zunge gesprochen hat durch mein recht- gezognes Schwerdt zu beweisen. Mowbray. La?t nicht hier die K?lte meiner Worte meinen Eifer verd?chtig machen; diese unsre Sache kan nicht mit den Waffen eines Weiberkriegs dem bittern Geschrey zwoer scharfen Zungen unter uns entschieden werden. Das Blut ist hei? das f?r di? erkalten mu?. Jedoch kan ich mich keiner so zahmen Geduld r?hmen mich stossen zu lassen und gar nichts dazu zu sagen; und w?rde mich nicht die Ehrfurcht vor Eu. Hoheit zur?k halten meiner freyen Rede Z?gel und Sporren zu geben sie sollte schnell genug seyn diese Beschuldigungen von Verr?therey zweyfach in seinen Rachen zur?k zu stossen. Sezet aber das hohe Vorrecht seines k?niglichen Gebl?ts bey Seite und la?t ihn nicht den Vetter meines K?nigs seyn so biet ich ihm troz und verschm?he ihn nenne ihn eine verl?umderische Memme und einen nichtsw?rdigen Schurken und bin bereit ihm zu beweisen da? er's ist an welchem Ort er will mit ihm zusammen zu kommen und wenn ich gleich mit naktem Fu? auf die befrornen Gipfel der Alpen rennen m??te oder in welche andre unbewohnbare Gegend es seyn mag wohin nie kein Engl?nder es wagte seinen Fu? zu sezen. Inde? la?t di? meine Treue rechtfertigen: Bey allen meinen Hoffnungen er hat die l?genhafteste Unwahrheit gesagt. Bolingbroke. Blasser zitternder Verr?ther hier zieh ich meinen Handschuh lege die Vorrechte meines k?niglichen Gebl?ts bey Seite und begebe mich des Vortheils der Blutsverwandte eines K?nigs zu seyn (worauf du aus Zagheit nicht aus Ehrfurcht dich beruffen hast.) Wenn das bebende Bewu?tseyn deiner Schuld dir noch so viel St?rke ?brig gelassen hat dieses Pfand meines Ehrenworts anzunehmen so b?ke dich. Bey diesem und bey allen andern Gesezen der Ritterschaft mach' ich mich anheischig das was ich gesprochen habe Arm gegen Arm dir zu beweisen. Mowbray. Ich heb' ihn auf und bey diesem Schwerdt schw?r' ich dessen sanfter Schlag die Ritterschaft auf meine Schulter legte; da? ich dir mit Speer und Schwerdt nach ritterlichem Brauch und Sitte antworten will und wenn ich mein Pferd besteige m?ge ich nicht gesund wieder absteigen wofern ich ein Verr?ther bin oder f?r eine ungerechte Sache k?mpfe! K?nig Richard. Was ist es dann was unser Vetter den Mowbray bez?chtiget? Es mu? etwas Grosses seyn was uns verm?gen kan dem blossen Gedanken einer b?sen Gesinnung von seiner Seite Plaz zu geben. Bolingbroke. H?ret was ich sage mein Leben soll beweisen da? es Wahrheit ist; dieser Mowbray sage ich hat achttausend Nobels* aufgenommen unter dem Vorwand Eu. Hoheit Kriegs-V?lker damit zu unterhalten solche aber wie ein Verr?ther und schelmischer Bube zur?k behalten und f?r sich selbst zu l?derlichem Gebrauch angewandt. ?berdas sag' ich und will es durch einen Zweykampf beweisen entweder hier oder anderswo sey es bis auf dem ?ussersten St?k Landes das jemals ein Engl?ndisches Aug' ?bersehen hat da? alle Verr?thereyen die seit achtzehn Jahren in diesem K?nigreich angezettelt worden von diesem treulosen Mowbray ihren ersten Ursprung genommen haben. Ferner sag' ich und will es auf seinen ehrlosen Kopf beweisen da? er Urs?cher der Ermordung des Herzogs von Glocester war; da? er es war der seine leichtgl?ubige Feinde aufstiftete und da? er folglich es war der wie ein feiger schelmischer Meuchelm?rder sein unschuldiges Blut vergo? welches izt gleich Abels Blut aus den stummen Gew?lben der Erde zu mir um gerechte und strenge Rache schreyt. Und bey dem glorreichen Werth dieses Bluts das in meinen eignen Adern flie?t dieser Arm soll es vollziehen oder dieses Leben soll aufgeopfert werden. {ed.-* Eine alte M?nze die an Werth etwas ?ber sechs Englische Schillings betragen haben soll.} K?nig Richard. Was sagst du hiezu Thomas von Norfolk? Mowbray. O m?chte mein Gebietender Herr sein Angesicht wenden und seinem Ohr einen Augenblik taub zu seyn befehlen bis ich diesem Schandflek seines Bluts gesagt habe wie sehr Gott und Menschen einen so sch?ndlichen L?gner hassen. K?nig Richard. Mowbray unsre Augen und Ohren sind ohne Partheylichkeit; w?r' er unser Bruder ja w?r' er der Erbe unsers Reichs wie er nur unsers Vaters Bruders-Sohn ist dennoch sollte ich schw?r' es bey der Majest?t meines Scepters eine so nahe Verwandtschaft mit unserm geheiligten Blut ihm nicht das geringste Vorrecht geben noch die unbiegsam Festigkeit unsrer aufrichtigen Seele partheyisch machen. Er ist unser Unterthan Mowbray wie du; rede frey und ungescheut ich erlaub' es dir. Mowbray. So sag ich dann Bolingbroke in deinen verl?umdrischen Hals hinein du l?gst! Drey Theile von der Summe die ich f?r Calais erhielt bezahlte ich an Sr. Hoheit Kriegs-V?lker; das ?brige behielt ich mit Einwilligung f?r eine Schuld zur?k die ich an meinen K?nig zu fordern hatte den Rest der betr?chtlichen Auslagen die ich machte da ich lezthin nach Frankreich rei?te die K?nigin abzuholen. Nun schluke diese L?ge hinab--Was Glocesters Tod betrift so war ich's nicht der ihn erschlug. Wofern jemand berechtigt seyn sollte mit einer solchen Beschuldigung wieder mich aufzutreten so w?r' es der ehrenvolle Vater meines Feindes ihr mein edler Lord von Lancaster; euch stellt' ich einst hinterlistig nach dem Leben ein Verbrechen das noch immer meine reuvolle Seele foltert; aber ich beichtete es eh ich leztmals das Sacrament empfieng und ich bat euch so aufrichtig um Verzeihung da? ich sie erhalten zu haben hoffe. Di? ist mein Vergehen; alles ?brige dessen er mich anklagt ist der Geifer eines grolls?chtigen l?genhaften und h?chst ausgearteten Verr?thers; und zum Zeichen da? ich Muth habe dieses mit meinem Leben zu beweisen werf ich gleichfalls mein Pfand vor dieses ?berm?thigen Verr?thers F?sse hin; in dem besten Blut das in seinem Herzen wallt will ich beweisen da? ich ein rechtschaffner Edelmann bin; und damit ich nicht lange verziehen m?sse bitte ich Eu. Hoheit herzlichst den Tag zu unserm Zweykampf anzusezen. K?nig Richard. Ergrimmte Edle la?t euch von euerm F?rsten z?hmen; la?t uns diese Galle ohne blutvergiessen ausf?hren; Eure Wuth w?rde zu tiefe Einschnitte machen und unsre ?rzte sagen es sey izt nicht Zeit zum Bluten. Verge?t vergebt vergleicht euch und werdet zufrieden; mein lieber Oheim helft mir diesen Zwist in seiner Geburt erstiken; wir wollen den Norfolk bes?nftigen ihr euern Sohn. Gaunt. Es kan meinen Jahren nicht ?bel anstehen wenn ich ein Friedensstifter bin. Sohn wirf des Herzogs von Norfolk Pfand wieder hin. K?nig Richard. Und ihr Norfolk werfet seines hin. Gaunt. Wie Harry du z?gerst? Mu? ich zweymal Gehorsam verlangen? Mowbray. Mich selbst mein Gn?digster Souverain werf' ich zu deinen F?ssen; mein Leben kanst du fordern aber nicht meine Ehre. Jenes ist meine Lehens-Pflicht dir schuldig; aber an meinen unbeflekten Namen hast du (troz dem Tode der auf meinem Grabe lebt **) kein Recht und nimmermehr werd' ich zugeben da? er zur Schande mi?braucht werde. Ich bin hier angegriffen und beschimpft worden bis in die Seele mit der Verl?umdung vergiftetem Speer durchstochen und diese t?dtliche Wunde kan kein andrer Balsam heilen als das Blut aus dem Herzen welches diesen Gift ausgeathmet hat. {ed.-** Die Reime womit dieses St?k hie und da verbr?mt ist sind nach Pope's Anmerkung meist ausserordentlich schlecht so schlecht da? dieser scharfsinnige Criticus vermuthet sie seyen von einer fremden Hand. Dieser j?mmerliche Einfall der in ( ) eingeschlossen ist und alle andre von dieser Art durch dieses ganze St?k sind dergleichen Reime an die der ?bersezer sich dann auch nicht gebunden halten wird.} K?nig Richard. Wuth mu? Widerstand finden; gieb mir sein Pfand: L?wen machen Leoparden zahm. Mowbray. Ja aber sie l?schen ihre Fleken nicht aus; nehmt nur meine Beschimpfung von mir so will ich mein Pfand abtreten. Mein theurer theurer Gebieter der ?chteste Schaz eines Mannes ist unbeflekte Ehre; ist diese verlohren so sind Menschen nur ?berg?ldeter Leim oder gemahlter Koth. Meine Ehre ist mein Leben sie sind in eins verwachsen; nehmt mir meine Ehre so habt ihr mein Leben genommen. So la?t mich dann meine Ehre bew?hren mein theurer Oberherr; in ihr leb' ich und f?r sie will ich sterben. K?nig Richard. Vetter werft euer Pfand hin macht ihr den Anfang. Bolingbroke. Der Himmel bewahre meine Seele vor einer so sch?ndlichen Niedertr?chtigkeit. Wie ich sollte mich vor meines Vaters Augen ?berwunden geben oder mit einem blassen Bettler-Gesicht mich selbst vor diesem ausgesch?mten Bastard anklagen? Eh meine Zunge einen solchen Laut von sich geben soll eh sollen meine Z?hne das sclavische Werkzeug der wiederruffenden Feigheit durchschneiden und sie blutend in Mowbrays sch?ndliches Antliz speyen. (Gaunt geht ab.) K?nig Richard. Wir sind nicht gebohren zu bitten sondern zu befehlen; und da wir dieses nicht k?nnen um euch auszus?hnen so haltet euch so gewi? als euer Leben daf?r antworten soll bereit auf Sct. Lamberts Tag zu Coventry zu erscheinen. Dort sollen eure Lanzen und Schwerdter den schwellenden Zwist eures tiefgewurzelten Hasses entscheiden: Lord Marschall ertheilt euern Herolden und Officieren Befehl alles zu dieser feyerlichen Handlung zuzur?sten. (Sie gehen alle ab.) Dritte Scene. (Der Schauplaz verwandelt sich in des Herzog von Lancaster Palast.) (Gaunt und Herzogin von Glocester treten auf.) Gaunt. Ach Schwester! Denkt ihr da? eure Ausruffungen mich st?rker als der Bruder-Name treiben k?nnen gegen die M?rder von Gloster's Leben zu entbrennen? Aber da die Bestraffung dieser ?belthat in den nemlichen H?nden ligt welche die ?belthat begangen haben so la?t uns unsre Sache dem Himmel anheim stellen der wenn er die Stunde dazu auf Erden gereift sieht heisse Rache auf der Verbrecher Haupt regnen wird. Herzogin. Ist das alles wozu der Name deines ermordeten Bruders dich treiben kan! Hat die Liebe nicht mehr W?rme in deinem alten Blut? Edwards sieben S?hne wovon du selbst einer bist waren wie sieben Phiolen mit seinem geheiligten Blut angef?llt oder wie sieben sch?ne Zweige aus einem Stamm entsprossen; einige von diesen sieben Phiolen sind durch den Lauf der Natur ausgetroknet einige von diesen ?sten durch das Schiksal abgeschnitten; aber Thomas mein theurer Gemal mein Gloster (eine Phiole voll von Edwards geheiligtem Blut ein bl?hender Zweig aus seinem k?niglichen Stamm) ist gewaltth?tig zerbrochen und all sein kostbarer Saft versch?ttet ist umgehauen und alles sein Sommerlaub verwelkt durch die Hand des Neids zerbrochen durch des Meuchelmords blutige Axt umgef?llt--Und du kanst gelassen bleiben? O Gaunt sein Blut war auch deines; eben dieses Ehebett eben dieser Mutterleib dieser Stoff diese nemliche Form so dich bildeten machten ihn zum Menschen; in ihm ob du gleich lebst und athmest bist auch du erschlagen ja du willigst gewisser Maassen in deines Vaters Tod ein indem du deinen ungl?kseligen Bruder ihn der ein Theil von deines Vaters Leben war so gleichg?ltig sterben siehst. Nenn' es nicht Geduld Gaunt es ist Muthlosigkeit; indem du so gelassen duldest da? dein Bruder erschlagen worden zeigst du den nakten Pfad zu deinem eignen Leben und lehrst den unerbittlichen Mord dich auch zu mezeln. Das was wir an gemeinen Menschen Geduld nennen ist blasse kalte Feigheit in einer edeln Brust. Was soll ich noch mehr sagen? Du kanst dein eignes Leben nicht besser sicher stellen als wenn du Glosters Tod r?chest. Gaunt. Diese Sache ist Gottes Sache; denn Gottes Substitut sein gesalbter Statthalter hat seinen Tod verursacht; geschah es unrechtm??ig so ?berla?t Gott die Rache; ich werde niemals einen feindseligen Arm gegen seinen Diener aufheben. Herzogin. Gegen wen ach! gegen wen mag ich dann ich Ungl?kselige ?ber mein Unrecht mich beklagen? Gaunt. Gegen den Himmel den Besch?zer der Wittwe. Herzogin. Nun dann so will ich; lebe wohl alter Gaunt lebe wohl. Du gehst nach Coventry ein Zuschauer des Kampfs zwischen unserm Bruder Herford und dem lasterhaften Mowbray zu seyn. O Himmel lege meines Gemals erlidtnes Unrecht auf Herfords Speer damit er des m?rdrischen Mowbrays Brust durchbohre; oder wenn ungl?klicher Weise sein Speer ihn verfehlt o! so la? Mowbrays Verbrechen so schwer in seinem Busen werden da? es seinem sch?umenden Rosse den Naken breche und der Reuter so lang er ist in die Schranken falle ein dem Tod verfluchtes Opfer wiewol unw?rdig von Herfords edler Hand zu sterben. Lebe wohl alter Gaunt; die Ungl?kliche die einst deines Bruders Weib war hat nun keinen andern Gespielen als einen Jammer der nur mit ihrem Leben enden kan. Gaunt. Schwester lebet wohl; ich mu? nach Coventry. Herzogin. Nur noch ein Wort; der Schmerz wird nie fertig; empfiehl mich meinem Bruder Edmund von York; sieh' das ist alles--Nein geh' noch nicht--Ob di? gleich alles ist so geh' nicht so schnell es wird mir noch mehr beyfallen. Sag' ihm--O was? Sag' ihm er solle mich so bald als m?glich zu Plaschie besuchen. Aber ach was wird der gute alte York dort sehen als leere Gem?cher und ?de W?nde unbev?lkerte Nebenzimmer und unbetretne Steine? Was f?r einen andern Willkomm wird er h?ren als meine Klagen? Sag' ihm also--Nein la? ihn nicht hinkommen. Was kan sein Mitleiden mir helfen. Auf allen Seiten trostlos will ich geh'n und sterben; di? lezte Lebewohl nimmt mein weinendes Auge von dir! (Sie gehen ab.) Vierte Scene. (Die Schranken zu Coventry.) (Der Lord Marschall und der Herzog von Aumerle treten auf.) Marschall. Milord Aumerle ist Harry Herford bewaffnet? Aumerle. Ja vom Fu? bis zum Kopf und wartet ungeduldig hereingelassen zu werden. Marschall. Auch der Herzog von Norfolk wartet voll ungeduldigen Feuers auf die Trompete des Appellanten. Aumerle. Die K?mpfer sind also ger?stet und erwarten nur die Ankunft seiner Majest?t. (Die Trompeten erschallen; und der K?nig erscheint mit seinen Edeln; nachdem sie sich gesezt haben tritt der Herzog von Norfolk als Appellat in voller R?stung auf.) K?nig Richard. Marschall erforsche von jenem Ritter die Ursache warum er hier in Waffen erscheint; frag' ihn nach seinem Namen und lege ihm den gesezm??igen Eid zu schw?ren auf. Marschall. In Gottes und des K?nigs Namen sage wer bist und warum erscheinst du hier in dieser ritterlichen R?stung? Gegen wen kommst du und was ist deine Sache? Antworte bey deiner ritterlichen Ehre und auf deinen Eid und so besch?ze dich der Himmel und deine Tapferkeit! ...